Getreidemühle

1894 wurde in dem bis dahin der Messingverarbeitung dienenden Gebäude eine moderne Mühle eingerichtet, die bis 1912 Roggenmehl mahlte. Danach stand das Gebäude leer, bis das Museum eine historische Mühleneinrichtung aus Auerbach (Oberpfalz) und sechs weiteren Mühlen einbaute.

Dazu gehören ein altdeutscher Steinmahlgang mit zugehörigem Galgen, Walzenstuhl, Schrot- und Grießmühle, Elevatoren, sowie Reinigungs-, Sieb- und Sichtmaschinen. Raritäten sind zwei weitere, ebenfalls über Transmissionen vom Wasserrad getriebene Maschinen: ein Fahrstuhl und eine Sacknähmaschine.

Getreidemühle

Blick in den Mahlboden der Getreidemühle.

Bis ins 19. Jahrhundert hinein war die Ausstattung der altdeutschen Mühlen einfach, ihre Leistung gering. Als im Zug der Industriellen Revolution die Mühlentechnik grundlegend erneuert wurde, entstand die leistungsfähige "Kunstmühle". In Deutschland fand die neue Technik um 1830 Eingang und erfaßte spätestens ab 1920 auch die ländlichen Kleinmühlen.

Frühindustrie

Die frühindustriellen Gewerbe bilden den Übergang zwischen der einfachen Technik des Mittelalters und der fortgeschrittenen Technik der Hochindustrie.

Charakteristisches Merkmal der Frühindustrie im Industriemuseum Lauf sind die mächtigen, unterschlächtigen Wasserräder, welche die Maschinen im Inneren der Gebäude antreiben.

Ein Hammerwerk zeigt die Eisenbearbeitung, eine Getreidemühle die Mehlherstellung und ein E-Werk die Stromerzeugung.

Die Wasserräder am Fluss sind mit Radstuben gegen Vereisung im Winter geschützt.

Getreidemühle

"Kunstmühle" um 1900 mit Grießgang, Walzenstuhl und Schrotmühle (von links nach rechts).

Die Kleinmühlen, zu denen auch die Museumsmühle gehört, konnten aber trotz weiterer Modernisierungen dem Konkurrenzdruck der neu entstandenen fabrikähnlichen Großmühlen nicht standhalten. Das „Mühlensterben“ nach dem 2. Weltkrieg setzte der jahrhundertealten Betriebsform Mühle ein Ende.

Altdeutscher Mahlgang

In solch einem altdeutschen Mahlgang vermahlte der Müller die Bösewichter Max und Moritz zu Futterschrot, den sich dann das Federvieh schmecken ließ.

Müllerkammer

Bei der Dorfmühle waren Mühle und Müllerwohnung unter einem Dach vereint. Die Stadtmüller jedoch besaßen oft ein eigenes Wohngebäude und richteten in der Mühle nur eine Schlafkammer für den Nachtbetrieb ein. Das „Mühlzimmer“ in der Museumsmühle wurde 1894 geschaffen.