Die dichte Atmosphäre der Gesenkschmiede der Firma Dietz & Pfriem versetzt den Besucher zurück in eine archaisch anmutende Arbeitswelt. Rußgeschwärzte Wände und schwere Maschinen zeugen vom Umgang mit Hitze und Stahl.
In der Schmiede erfolgten im wesentlichen drei Arbeitsschritte:
- Ausformung des Ventilrohlings durch Stauchen und Pressen an Stauchmaschinen und Spindelpressen.
- Anschließende Wärmebehandlung des Rohlings im Glühofen.
- Schweißen („Aufpanzern“) einer Metalllegierung auf den Ventilteller an Schweißgeräten. Dies war bereits ein Arbeitsgang zur Weiterbearbeitung des Rohlings.
Während der Zeit der Hochindustrie (1871-1914) wurden auch in Lauf a. d. Pegnitz etliche Firmen neu gegründet oder in neue, moderne Fabrikanlagen verlegt.
So auch die Firma Dietz & Pfriem, die Ventile für Verbrennungsmotoren herstellte und heute Bestandteil des Industriemuseums ist.

Blick in die Gesenkschmiede mit den drei mächtigen Spindelpressen (links).

Produktkatalog der Firma Dietz & Pfriem.
Stauchen

Im ersten Arbeitsschritt kam ein zugeschnittener Stahlstab in die Stauchmaschine. Die sechs Stauchmaschinen stammen aus der Zeit um 1930.

In der Stauchmaschine wurde durch elektrische Widerstandserwärmung eine „Birne“ angestaucht.
Pressen

Im zweiten Arbeitsschritt wurden die angestauchten Stäbe in den Schmiedepressen bei bis zu 450 t Druck zu Ventilrohlingen gepresst.
Glühen

Nach dem Pressen wanderten die Ventilrohlinge in den Glühofen. Eine ruhige, sichere Hand war Voraussetzung für diese anstrengende Arbeit vor dem heißen Ofen.
Panzern

Einige Ventilsorten (Auslassventile) wurden gepanzert, d.h. man schweißte eine „Raupe“ aus einer Legierung, die 60% Nickel enthielt, auf den Tellerrand, den späteren Ventilsitz.