Wohnen 1950er/60er Jahre

Wohnzimmer, Küche, Schlafzimmer und Kinderzimmer - eine komplett eingerichtete Wohnung versetzt die Museumsbesucher zurück in die Welt des Wirtschaftswunders.

Je nach Lebensalter werden Erinnerungen wach an die Wohnung der Oma, der Eltern oder an das erste eigene, nach der Hochzeit selbst eingerichtete Heim. Ausstattungsstücke wie die Musiktruhe, die Nippesfiguren im Wohnzimmerbuffet oder der Toilettentisch mit dem dreiteiligen Spiegel im Schlafzimmer rufen bei den meisten ein Schmunzeln hervor.

Denn ab Mitte der 1950er Jahre suchten die Menschen mit dem wachsenden Wohlstand nach einem neuen Lebensstil: Modernität, Eleganz und Humor waren angesagt und sollten sich auch in der Wohnungseinrichtung ausdrücken. Gleichzeitig entwickelte sich ein Wohnkomfort, der aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken ist, für die Menschen nach dem 2. Weltkrieg aber großen Luxus bedeutete.

Wohnen

In der Laufer Vorstadt „Hämmern“, die sich an beiden Ufern entlang der Pegnitz erstreckte und in der auch das Industriemuseum Lauf liegt, wohnten seit Jahrhunderten die Beschäftigten der am Wasser gelegenen Werke.

Zu fast jedem Betrieb gehörte ein Gesellenwohnhaus mit Wohnungen für die Arbeiter und ihre Familien.

Aber auch Werksbesitzer lebten unmittelbar neben ihren Betrieben, je nach Einkommen in schlichten oder in villenähnlichen Häusern.

Kaffeetisch mit dem bekannten "Melittageschirr" in den beliebten Pastellfarben. Daraus trank man am Sonntag natürlich "echten" Bohnenkaffee.

Zum Schlafzimmerprogramm der 1950er Jahre gehören Möbel im typischen hellen Stil in Birke oder Ahorn und eine grüne, schalenförmige Deckenlampe.

Wohnen um 1900/1920

Wohnküche und Schlafzimmer einer Arbeiterwohnung vom Anfang des 20. Jahrhunderts zeigen die beengten Verhältnisse in den kleinen Häusern der Arbeiterviertel. Als sich ab Ende des 19. Jahrhunderts Lauf zur Industriestadt entwickelte und der Bedarf an Arbeitskräften wuchs, herrschte Wohnungsnot.

Gemütlichkeit auf den ersten Blick - aber in den überbelegten Arbeiterwohnungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts herrschte Platzmangel.