Hochindustrie

Während der Zeit der Hochindustrie (1871-1914) wurden auch in Lauf a. d. Pegnitz etliche Firmen neu gegründet oder in neue, moderne Fabrikanlagen verlegt.
So auch die Firma Dietz & Pfriem, die Ventile für Verbrennungsmotoren herstellteund heute Bestandteil des Industriemuseums ist.

Ventilkegelfabrik

Spindelpressen_Industriemuseum_Lauf

Beim Durchschreiten der Gebäude und Räume der ehemaligen Ventilkegelfabrik Dietz & Pfriem taucht der Besucher in eine vergangene Arbeitswelt ein: In eine komplette, weitgehend im Originalzustand erhaltene Anlage, vom Rohstofflager über die Fertigungsräume (Gesenkschmiede und Dreherei) bis hin zu Packerei, Produktlager, Wasch- und Speiseraum. Erst 1991 wurde die Firma stillgelegt.

Stahllager_Industriemuseum_Lauf

Im Stahllager wurde das Ausgangsmaterial zur Ventilproduktion aufbewahrt.

Stauchen

Durch Hitze und Druck wird in der Schmiede eine sog. Birne auf das Metallstück gestaucht.

Laeppen_Industriemuseum_Lauf

Ein Ventilrohling wird bearbeitet.

Dreherei

Die Dreherei mit ihren zahlreichen Dreh-, Fräs-, und Schleifmaschinen.

Kontrolle_Industriemuseum_Lauf

In der Endkontrolle wurden die fertigen Ventilkegel bis auf 3/100 mm genau geprüft.

Ein Blick in die Wasch- und Sozialräume.

Ein Blick in die Wasch- und Sozialräume.

Die Firma Dietz & Pfriem produzierte in zwei Generationen von 1911 bis 1991 am Standort Lauf Ventile für verschiedenste Motorentypen. Der Betrieb belieferte nicht nur unzählige Automobil-Hersteller im In- und Ausland. Auch für Eisenbahn- und Schiffsmotoren fertigte man Ventile.

Mit Hilfe von Hitze und dem Druck der 450-Tonnen-Spindelpressen wurde aus einem Stück Stahl ein Ventilrohling geformt. In der Dreherei durchlief er etliche Arbeitsschritte, bis aus ihm ein funktionstüchtiges Motorenventil wurde. Die Arbeit an den teils archaisch anmutenden Maschinen war anstrengend, schmutzig und vor allem laut. Dennoch war Dietz & Pfriem ein beliebter Arbeitgeber und es bestand eine besondere Bindung zwischen Fabrikherrn und seiner Arbeiterschaft, wie man sie heute nur noch selten findet. Zu Hochphasen arbeiteten bis zu 60 Mann in dem Betrieb.

Obwohl die Fabrik bis 1991 produzierte, stammt ein Großteil der Technik aus den 1940er bis 1970er Jahren. Deshalb bietet die Anlage die einzigartige Möglichkeit, hier in längst vergangene Industriewelten zu blicken.

Barrierefrei_Logo

 

 

<<< Zurück zum Eisenhammerwerk | Weiter zu Handwerk & Gewerbe >>>

Mühle Handwerk/Gewerbe Eisenhammerwerk Wohnen Wohnen Ventilkegelfabrik E-Werk Dampfmaschine Sonderausstellungen Museumspädagogik Besucherinfo